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Geschichte des Spiels

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Othello ist eines der im Allgemeinen weniger bekannten Spiele, existiert aber bereits seit dem späten 19. Jahrhundert. Es ist durchaus mit dem Spiel Reversi vergleichbar, einem mit ihm sehr eng und dennoch in kleinen Details verschiedenem, strategischem Brettspiel. Entwickelt wurde das Spiel Reversi, welches die Grundlage für Othello darstellt, im Jahre 1880 von Lewis Waterman aus England. Als Spielbrett nutzte er ein herkömmliches Schachbrett mit insgesamt 64 Feldern. Damals handelte es sich bei Reversi um eine Variation des bereits seit 1870 bekannten Spiels Game of Annexation, das von John W. Mollett entwickelt wurde. Der Unterschied der beiden Spiele lag jedoch im Spielbrett. Während Waterman ein Schachbrett verwendete, nutzte Mollett ein kreuzförmiges Spielbrett. Es war wenig überraschend, dass die beiden Männer bald in einen Rechtsstreit gerieten, da beide behaupteten der Erfinder des Spiels Reversi zu sein. Da sowohl Mollett wie auch Waterman in London lebten, war es praktisch unmöglich sich aus dem Weg zu gehen. So kam es schließlich auch zu einem Duell der beiden.

Dennoch war Reversi zu dieser Zeit keines der bekannteren Spiele auf dem Markt. Erst im Jahre 1888 änderte sich dies nachdem Walter H. Peel in dem Magazin „The Queen“ einen Artikel über das Spiel veröffentlichte. Daraufhin ging alles Schlag auf Schlag und auch Ravensburger wurde schließlich aufmerksam. Heute gehört Reversi zu den Markenzeichen von Ravensburger und wurde von der Firma um viele Varianten ergänzt.

Othello wurde erst mehrere Jahre nach der Verbreitung von Reversi erstmals erwähnt. Im Jahre 1971 wurde es in Japan als Warenzeichen angemeldet. Der „Erfinder“ Goro Hasegawa gab damals an bisher keine Kenntnis von Reversi gehabt zu haben. Der Name wurde von seinem Vater, einem Englischlehrer geliefert und erst zu einem späteren Zeitpunkt fiel auf, dass sich Othello und Reversi in vielen Dingen glichen.

Es gibt allerdings auch einige markante Unterschiede. Im Spiel Othello sind zum Beispiel die ersten vier Steine des Spiels fest vorgegeben. Bei einem Reversi-Spiel haben beide Spieler zudem nur 32 Steine und oftmals kann nur eine Reihe mit Steinen nach einem Zug die Farbe wechseln. Ursprünglich war es jedoch auch im Reversi so, dass alle in einer Reihe eingeschlossenen Steine die Farbe zu jener des Gegners wechselten. So gesehen gibt es also auch vom Spiel Reversi einige kleinere Varianten.

Spielregeln und Spielaufbau

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Die Regeln der beiden Spiele Othello und Reversi gleichen sich in vielerlei Hinsicht. Das Brett mit 8×8 Feldern wird zwischen die Spieler gelegt und die ersten vier Steine werden in dessen Mitte positioniert. Dabei werden von jeder Farbe jeweils zwei Steine verwendet, die jeweils diagonal angeordnet werden. Dies ist die Ausgangssituation, aus welcher beide Spieler versuchen müssen möglichst viele Steine mit der eigenen Farbe auf dem Brett zu platzieren. Steine, die in einer Reihe von zwei Steinen der jeweils anderen Farbe eingegrenzt werden, wandeln sich ebenfalls in diese Farbe. So können auch gegnerische Felder schrittweise mit der eigenen Farbe besetzt werden. Hierbei müssen natürlich die Regeln berücksichtigt werden, welche sowohl bei Reversi als auch bei Othello genau vorgeben, ob ein Spielzug erlaubt ist oder nicht.

Schon hier wird deutlich, dass das eigentliche Spiel bei Reversi anders beginnt. Auch die ersten vier Steine werden dabei jeweils von den beiden Spielern gelegt. Dabei legt ebenfalls jeder Spieler abwechselnd einen Stein auf das Spielfeld. Dabei gilt allerdings die Bedingung, dass sich diese vier Steine in den vier zentralen Feldern des Bretts befinden. Dadurch kann im Vergleich zu Othello auch eine andere Spielaufstellung entstehen, die vom ersten Spieler bestimmt wird.

In Reversi hat nun jeder Spieler für das weitere Spiel noch 30 Steine übrig. In Othello sind die Steine der beiden Spieler dagegen unbegrenzt und so können sie auch das ganze Feld problemlos einnehmen. Man könnte nun meinen, dass es durch die begrenzte Anzahl der Steine in Reversi unmöglich ist einen Sieg zu erlangen, doch auch hierfür wurden entsprechende Vorgaben berücksichtigt.

Bevor es jedoch soweit ist, setzen die Spieler jeweils abwechselnd einen weiteren Spielstein auf das Brett. In der Regel beginnt hier der Spieler mit den schwarzen Spielsteinen. Es besteht immer Zugzwang sofern es eine ‚legale‘ Möglichkeit gibt, den Stein zu platzieren. Als solche ‚legalen‘ Möglichkeiten bezeichnet man alle Felder, die direkt an die bereits gesetzten Steine angrenzen. Zudem muss das Feld mit mindesten einem Stein der gegnerischen Farbe benachbart sein, in dessen Reihe ein weiterer Spielstein der eigenen Farbe zu finden ist. Findet sich keine ‚legale‘ Gelegenheit auf dem Spielfeld kann der jeweilige Spieler auch passen.

Da durch den neuen Stein immer mindestens ein gegnerischer Stein eingeschlossen wird, werden mit jedem Zug weitere Spielfelder erobert. Jeder Stein, den dies betrifft wird noch während des Zuges ‚umgedreht‘. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die betreffenden Steine einfach die Farbe wechseln. Im Reversi kann es jedoch passieren, dass die Steine eines Spielers irgendwann aufgebraucht sind. Er muss nun bei jedem Zug passen, da er keinen Stein mehr setzen kann. Der Gegner hat nun die Möglichkeit solange weitere Steine auf dem Brett zu platzieren bis er keine weitere ‚legale‘ Setzmöglichkeit hat oder aber ein Unentschieden erreicht wurde. Sind zum Ende des Spiels noch Felder frei, werden diese zu den bereits besetzten Feldern des Gewinners hinzugezählt. So ist auch im Reversi immer die Möglichkeit eines Sieges gegeben. Bei Othello ergibt sich der Gewinner aus der Anzahl der jeweils gesetzten Steine. Natürlich ist auch hier ein Unentschieden möglich. Allerdings ist dies weniger offensichtlich und muss im Vergleich zum Reversi dennoch ausgezählt werden.

Strategie für ein Othello Spiel

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Die Regeln und der Spielaufbau von Othello machen deutlich, dass es hier durchaus sinnvoll ist strategisch vorzugehen. Ziel ist es möglichst viele Felder zu besetzen. Dies erreicht man, indem eine immer möglichst hohe Anzahl an gegnerischen Steinen in ihrer Farbe gewandelt wird. Daher empfiehlt es sich auch nicht unüberlegt an ein solches Spiel heranzugehen und den jeweils nächsten Zug möglichst genau zu planen. Ähnlich wie beim Schach kann es sogar hilfreich sein auch hier bereits einige Züge im Voraus zu überdenken und auf diesem Weg den Gegner auszutricksen.
Die Grundlage einer jeden Strategie im Othello ist das Schaffen von möglichst vielen stabilen Steinen. Diese Steine zeichnen sich dadurch aus, dass sie im weiteren Spielverlauf vom Gegner nicht mehr gedreht werden können und so den ersten Schritt zum eigenen Sieg bedeuten. Im Endergebnis gewinnt also der Spieler, dem es gelingt die höhere Anzahl stabiler Steine zu erlangen und diese bis zum Spielende zu bewahren. Um dies zu erreichen können verschiedene Strategien angewendet werden, die im Folgenden erklärt werden sollen.

Grundlegende Strategien

Im Spiel gibt es einige Felder, die von Ihrer Position her automatisch einen stabilen Stein erzeugen: die Ecken. Doch sie sind bei Weitem nicht die einzigen besonderen Spielfelder. Die sogenannten x-Felder sind zum Beispiel jene Felder in den Diagonalen direkt vor einer Ecke. Die Felder die in der Waagerechten oder auch der Senkrechten direkt an die Ecke Grenzen werden dagegen als c-Felder bezeichnet. Sie werden immer dann bedeutsam, wenn es der Kampf um die Kanten beginnt. Wer einen Stein auf ein x- oder auch ein c-Feld setzt ohne dabei die dahinter liegende Ecke bereits eingenommen zu haben, hat einen der gravierenden Fehler im Spiel begangen. Dadurch wird dem Gegner eine gute Grundlage gegeben um zum einen die restlichen Ecken zu erlangen oder zumindest die Kanten des Spielfeldes und die Hauptdiagonalen zu besetzen. Dies kann zu einer großen Anzahl von besetzten Feldern führen und ist damit der erste Schritt zur eigenen Niederlage.

Wer die Bedeutung der besonderen Felder verinnerlicht hat, wird auch die später erklärten Strategien schnell verstehen können. Ihnen liegt im Wesentlichen ein Gedanke zu Grunde: Der Gegner soll zu möglichst vielen ‚schlechten‘ Zügen gezwungen werden, während man sich selbst eine möglichst hohe Anzahl weiterer, guter Züge eröffnet. In Spielkreisen wird in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass die eigene Mobilität erhöht und die des Gegners eingeschränkt wird. Wer dies berücksichtigt wird schnell feststellen, dass die sich die eigene Flexibilität während des Spiels zum Vorteil verändert und es dem Gegner schwerer wird uns zu einem schlechten Zug zu zwingen.

Kantenstrategie

Im Folgenden sollen nun verschiedene Strategien näher erläutert werden. Eine der wichtigsten Strategien ist hierbei die sogenannte Kantenstrategie deren Inhalt sich aus ihrem Namen ergibt. Gelingt es einem Spieler Steine auf die Kanten des Spielfeldes zu setzen, dann gibt es nur noch maximal zwei Felder, die genutzt werden können um den Stein zu drehen. Damit sind diese Steine bereits nahezu stabil. Ein weiterer Vorteil dieser Kantenfelder ist ihr Zugang zu den c-Feldern und damit auch zur Ecke. Sofern es dem Gegner nicht gelingt ebenfalls einen Stein auf diese Kante zu setzen, sind diese Feldern ein guter erster Schritt zum gewonnen Spiel.

Dennoch sollte auch hier mit Bedacht vorgegangen werden. Es ist nicht immer von Vorteil, wenn man sehr viele Steine auf der Kante hat. Hat beispielsweise ein Spieler zwei Steine auf der Kante wobei sich zwischen diesen Steinen ein freies Feld befindet, dann kann dieses Feld vom anderen benutzt werden. Dieser Stein fungiert dann als Keil zwischen den beiden Steinen und damit als Ausgangspunkt um diese beiden zu drehen. Dabei muss allerdings darauf geachtet, dass bei dem Besetzen der Kantenfelder keine schwache Formation entsteht. Diese sind immer dann erreicht, wenn der Gegner die Möglichkeit erhält die Ecke zu besetzen. So gesehen sollten also keinesfalls die x-Felder mit den eigenen Steinen besetzt werden. Diese erhöhen die Chance des Gegners die Ecke zu erreichen deutlich.

Dies ist allerdings nicht die einzige Formation, die sich als schwach herausstellen könnte. Auch drei Felder zwischen zwei gleichfarbigen Steinen können sich bei einem geschickten Gegner als Nachteil herausstellen. Einer der beiden gleichfarbigen Steine bietet dabei einen direkten Zugang zur Ecke. Sofern es dem Gegner gelingt direkt neben diesem einen Stein zu platzieren ohne die Reihe zum anderen Stein zu schließen, kann er die Ecke im nächsten Zug einnehmen. So gesehen ist also eine Platzierung von zwei Steinen mit einem ungeraden Abstand zwischen ihnen grundsätzlich angreifbarer als jene mit einem geraden Abstand.

Parität

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Steht das Spiel kurz vor dem Ende entstehen auf dem Spielfeld immer kleinere Feldgemeinschaften. Meisten bestehenden diese Gemeinschaften aus mindestens zwei bis maximal sechs Feldern. In der Regeln befinden sich diese Gemeinschaften auch in der Nähe der Eckfelder, da diese meist am härtesten umkämpft sind und keiner der beiden Spieler hier einen ‚schlechten‘ Zug machen möchte.

Sofern nur noch zwei Felder frei sind und (wie meistens) Schwarz am Zug ist, stehen die Chancen je nach Konstellation auf dem restlichen Feld für weiß erfahrungsgemäß besser. Weiß hat immer den letzten Zug – sofern beide Spieler jeden Spielzug ausführen konnten und kein einziges Mal im Spielverlauf passen mussten. Sofern dies der Fall ist, ist entsprechend natürlich jener Spieler im Vorzug, dem der letzte Zug zugehörig ist.

Es ist allerdings sehr schwer den Gegner zum Aussetzen während des Spielverlaufs zu zwingen, um so das Verhältnis in der Parität zu verändern. Daher lautet die Strategie eher einen Bereich bis zum Schluss zu bewahren, in welchem der Gegner keine oder nur sehr wenige Felder zu gewinnen. Dies kann in der Regel einfacher erreicht werden und hat sich oft als Vorteil erwiesen, wenn ein Spiel sehr knapp auszugehen drohte.

Gibt es mehrere Paritäten im Spielfeld, so gibt es natürlich mehrere Wege den Spielausgang zu beeinflussen. Es ist allerdings wichtig, eine Parität nicht zu schnell zu verändern, da sich dies im weiteren Verlauf zum Nachteil wenden könnte. Sinnvoller ist es dagegen in den verschiedenen Paritäten gleichermaßen zu spielen und darauf hinzuarbeiten in möglichst vielen dieser Bereiche den letzten Stein setzen zu können. So gesehen ist also nur eines wichtig: Derjenige, der den letzten Stein setzen kann, wird vermutlich auch gewinnen – egal ob es nur eine Parität gibt oder mehrere.

Um hier nicht vorschnell zu handeln, sollten die einzelnen Möglichkeiten genau bedacht werden. Der beste Zug im Falle mehrerer Paritäten ist selten mit einem Blick ersichtlich. Vielmehr sollten die verschiedenen Möglichkeiten gedanklich durchgespielt und etwaige Alternativen abgewogen werden. Hier zeigt sich auch die Schwierigkeit der Strategie. Da die Schritte des Gegners nun mal nicht vorhersehbar sind, müssen viele Möglichkeiten bedacht werden. Dies wiederum ist meist nicht möglich, da es immer Varianten gibt, die nicht bedacht werden.

Warum verliere ich immer im Spiel?

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Othello ist ein Strategiespiel. Wer also jedes Spiel verliert ist entweder strategisch nicht talentiert oder handelt in seinen einzelnen Spielzügen vorschnell. Ein Spiel in Othello besteht aus verschiedenen Abschnitten: dem Beginn, dem Mittelspiel und dem Endspiel. Ein Fehler, der zu Beginn des Spieles gemacht wird, kann mit etwas Geschick im weiteren Spielverlauf noch zum Besseren gewendet werden. Fehler die im Mittelspiel dagegen gemacht werden, sind nur noch schwer bis gar nicht zu korrigieren. Sie beeinflussen den gesamten Spielverlauf und können daher nicht durch andere geschickte Spielzüge aufgehoben werden. Ein schlechter Zug im Endspiel kann ein bisher positives Spiel sogar noch zum Nachteil wenden. Unterm Strich ist es also besonders wichtig, während des gesamten Spiels aufzupassen und vor einem Zug genau zu überlegen.

Tipps für ein Othello Spiel

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Es gibt einige Tipps für ein Spiel in Othello. Neben dem bereits genannten Hinweis der Geduld und des steten Überlegens vor der Handlung hilft es jedoch auch die grundlegenden Strategien zu berücksichtigen. Es geht nicht einfach nur darum, möglichst viele Steine des Gegners zu drehen. Wer am Anfang zu schnell vorprescht, macht schnell einen Fehler. Gerade die x-Felder sollten möglichst lange gemieden werden, da so irgendwann der Gegner gezwungen ist eben hier einen Stein zu platzieren. Daraus kann der Vorteil der Ecke gezogen werden, der sich auf den weiteren Spielverlauf positiv auswirkt.

Schafft es der Gegner als erster eine Ecke zu gewinnen, kann es schwierig werden das Blatt noch zu wenden. Gerade für einen nicht geübten Spieler heißt es jetzt gut überlegen. Hat der Gegner erst einmal eine Ecke, dann fällt es ihm leicht auch die restlichen Ecken zu gewinnen. Er kann diese Ausgangsecke als Keil verwenden und so die Kanten des Spielfeldes schrittweise übernehmen. Möchte man diesen Zyklus unterbrechen, dann sollte man sich die Ecke mit dem besten verbleibenden Potential aussuchen.

Dies kann bei jedem Spiel eine andere Ecke sein. Wird der Gegner beispielsweise gezwungen ein x-Feld zu besetzen dessen Ecke noch nicht belegt ist, dann wird hier ein Keil in die Kantenriege des Gegners getrieben. Dieser kann dann genutzt werden um selbst einige Kantenbereiche zu übernehmen.